Grundlegendes über Craps:
Das Würfelspiel Craps ist vor allem in den USA sehr beliebt. Dort zählt es zu den klassischen Casino-Spielen und ist somit in fast jedem Casino anzutreffen. Es leitet sich von dem englischen Wort Crab, zu Deutsch Krabbe, ab. Dies war schon im 16. Jahrhundert der Begriff für den Wurf eines Einser-Pasches. Craps wird auch oft als Craps shooting oder Seven Eleven bezeichnet.
Die Grundregeln:
Craps ist ein relativ komplexes Casino-Spiel und scheint auf den ersten Blick sehr kompliziert zu sein. Die Grundregeln des Würfelspiels hat man allerdings schnell verstanden:
Das Ziel besteht darin, auf die richtigen Würfelergebnisse zu setzen und somit seine Wetten gegen die Bank oder gegen Mitspieler (Fader) zu gewinnen. Dazu wird zunächst einmal der Spieler (Shooter) bestimmt. Dies geschieht entweder durch Auswürfeln oder nach beliebiger Wahl. Die Reihenfolge des Shooters variiert anschließend im Uhrzeigersinn. Gespielt wird mit 2 Würfeln, wobei der Shooter der Einzige ist, welcher würfelt.
Vor dem Wurf werden zuerst die Wetten (Erklärung weiter unten) getätigt. Dabei setzt der Shooter einen beliebigen Betrag (Banco), die restlichen Spieler setzen dagegen. Sind alle Wetten abgeschlossen, so darf der Shooter seinen ersten Wurf tätigen, genannt „Come Out Roll“.
Würfelt der Shooter beim „Come Out Roll“ eine Summe von 7 oder 11 (ein sog. Natural), so gewinnt er sofort.
Würfelt er dagegen die Summe 2, 3 oder 12, so hat der Shooter direkt verloren und die Mitspieler gewinnen den Einsatz – dies ist der sog. Crap.
Sollte der Shooter eine Augensumme von 4, 5, 6, 8, 9 oder 10 würfeln (ein Point), dann gewinnt und verliert zunächst einmal niemand. In diesem Fall geht es in die zweite Runde. Würfelt man nun dieselbe Augenzahl wie in der Runde zuvor, so gewinnt man sofort. Sollte der Shooter die Summe 7 würfeln, dann hat er die Runde verloren. Sollte man eine andere Kombination würfeln, so muss man erneut würfeln. Bei der dritten Runde gelten die gleichen Regeln wie in der zweiten Runde. Das Spiel bzw. eine Runde ist vorbei, sobald man dieselbe Augenzahl wie in der ersten Runde erreicht hat oder man eine 7 würfelt.
Sollte der Shooter gewinnen, so hat er die Möglichkeit weiterzuspielen. Allerdings darf er anschließend keine Gewinne aus der Bank entnehmen. Sollte der Shooter im ersten Wurf einen Crap geworfen haben, so hat er ebenfalls die Möglichkeit weiterzuspielen, oder aber er gibt die Würfel im Uhrzeigersinn weiter. Bei dem Wurf einer Sieben (nach der ersten Runde) muss der Shooter die Würfel weitergeben.
Nun zu den unterschiedlichen Wetten:
Pass:
Diese Spielart zählt zu den beliebtesten Wetten bei Craps. Gespielt wird hier nach den Basisregeln, welche weiter oben beschrieben sind. Bei dieser Variante setzt man auf den Gewinn des Shooters. Die Wetteinsätze werden auf die Spielfläche Pass gelegt und müssen vor dem ersten Wurf (Come Out Roll) getätigt werden.
Sollte der Shooter gewinnen, so bekommt man seinen Einsatz im Verhältnis 1 zu 2 ausgezahlt. Der Vorteil der Bank ist bei dieser Spielvariante sehr gering. Er beträgt gerade einmal 1,4 Prozent. Dass bedeutet, bei 100 Euro Spieleinsatz, würde die Bank einen Umsatz von 1,4 Euro machen.
Don’t Pass:
Im Prinzip funktioniert diese Wette genau umgekehrt wie die Pass-Wette. Man wettet also gegen den Shooter. Dazu setzt man seine Jetons auf das Don’t-Pass-Feld. Der einzige Unterschied besteht darin, dass eine 12 einen nichtigen Wurf (stand-off) darstellt. In diesem Fall verliert noch gewinnt man. Dies wird als Crap 12, manchmal auch als Crap 2, bezeichnet.
Genau wie bei der Pass-Wette, werden auch hier die Einsätze vor dem Come Out Roll getätigt. Der Hausvorteil liegt ebenfalls bei 1,4 Prozent. Ohne die Crap-12- bzw. Crap-2-Regel läge der Vorteil der Wette zugunsten des Spielers.
Come Bet:
Hierbei platziert man seine Einsätze auf dem Come-Feld. Die Come-Bet-Wette ist ähnlich zur Pass-Wette. Der Unterschied liegt darin, dass diese Wette nach dem Come Out Roll gesetzt wird. Sollte also bei der Come Out Roll eine Point-Zahl gewürfelt werden, so gewinnt man, wenn der nächste Wurf ein Natural (eine 7 oder eine 11) ist.
Wird allerdings ein Craps nach dem Come Out Roll geworfen (Augenzahl 2, 3 oder 12), so hat man sofort verloren.
Sollte abermals eine Point-Zahl gewürfelt werden, dann wird diese zum sog. Come-Point. Wird die Come-Point-Zahl ein weiteres Mal gewürfelt, bevor eine 7 fällt, so hat man die Runde gewonnen. Andernfalls verliert man die Wette.
Das praktische an dieser Wette ist, dass man zu jedem beliebigen Zeitpunkt einsteigen kann, außer vor dem ersten Wurf.
Genau wie die Pass- und Don’t-Pass-Wette, wird auch diese im Verhältnis 1:2 ausgezahlt.
Don’t Come Bet:
Diese Wette ist wieder nahezu das Gegenteil der Come-Bet-Wette. Nach dem ersten Wurf setzt man seine Jetons auf das Feld Don’t Come. Man gewinnt bei einer 2 oder einer 3 und verliert sofort bei einer 7 oder einer 11. Sollte eine 12 fallen, so geht diese Wette unentschieden (stand-off) aus.
Fällt eine der übrigen Zahlen (4, 5, 6, 8, 9 oder 10), so werden die eingesetzten Jetons auf das entsprechende Feld verschoben. Sollte nun zuerst eine 7 fallen, bevor die Zahl gewürfelt wird, auf welcher die Jetons sitzen, gewinnt man die Wette. Sollte dies nicht der Fall sein, hat man verloren. Auch bei dieser Wette erhält man seinen Einsatz im Verhältnis 1 zu 2 zurück.
Odds:
Dies ist eine Zusatzwette und kann nur zusammen mit Pass, Don’t Pass, Come und Don’t Come gesetzt werden.
Man kann dabei zu jedem Zeitpunkt entscheidet, ob man seinen Einsatz auf die Felder 4, 5, 6, 8, 9 oder 10 setzen möchte. Die entsprechende Zahl muss erscheinen, bevor eine 7 fällt, andernfalls hat man die Wette verloren.
Die Einsätze können dabei beliebig variiert oder zurückgezogen werden (vor dem Wurf).
Die Gewinnquoten sind:
Für eine 4 oder 10: 1 zu 2
Für eine 5 oder 9: 2 zu 3
Für eine 6 oder 8: 5 zu 6
Die Quoten hängen also davon ab, welche Zahl des Shooters der Point ist.
Big 6:
Man wettet, dass eine 6 vor der 7 fällt.
Big 8:
Man wettet, dass eine 8 vor der 7 fällt.
Aces:
Hierbei wettet man, dass bei dem nächsten Wurf eine 2 erscheint.
Any 7:
Der nächste Wurf ist eine 7.
Any 11:
Der nächste Wurf ist eine 11.
Any Craps:
Beim nächsten Wurf fällt eine 2,3 oder 12.
Place Win:
Der Spieler wählt eine bestimmte Zahl (4, 5, 6, 8, 9 oder 10). Die gewählte Zahl muss vor der 7 fallen.
Place Lose:
Das Gegenteil zum Place Win. Man wettet, dass eine 7 vor der gewählten Zahl (4, 5, 6, 8, 9 oder 10) kommt.
Field:
Hierbei ergibt jeder Wurf einen Gewinn oder einen Verlust. Man gewinnt bei den Zahlen 2, 3, 4, 9, 10, 11 oder 12. Man verliert lediglich bei der Augensumme 5, 6, 7 oder 8.
Buy:
Diese Wette ist wie die Place-Win-Wette aufgebaut. Allerdings erhält die Bank eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 5 %. Dadurch entstehen faire Quoten und die Bank kann ihren Vorteil leicht anheben.
Lay:
Funktioniert nach dem gleichen Prinzip der Place-Lose-Wette. Auch hier erhält die Bank eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 5 %.
Hardway:
Hier wettet man auf eine Doublette (z.B. zwei Vierer), bevor die 7 fällt.
Horn:
Eine Wette, dass im nächsten Wurf die Zahl 2, 3, 11 oder 12 fällt.
Ergänzungen zu den Regeln und Allgemeines:
Gewürfelt wird bei Craps ohne Würfelbecher. In der Regel wirft man die Craps-Würfel (African Dominoes) dabei gegen eine Wand.
Die Würfel sind, im Gegensatz zu herkömmlichen Würfeln, nicht an den Ecken abgerundet, sondern haben eine eckige Form. Zudem sind die Würfel rot und durchsichtig. Die Augenzahl wird in Weiß angegeben.
Sollten die Mitspieler (Faders) weniger als das Banco setzen, so geht der Differenzbetrag an den Shooter. Tritt das Gegenteil ein, also zahlen die Faders mehr ein als im Banco zurzeit liegt, so hat der Shooter die Möglichkeit die fehlende Differenz in das Banco einzuzahlen.
Des Weiteren hat man stets die Option, Nebenwetten (Side bets) abzuschließen. Diese richten sich in der Casino-Variante immer gegen die Bank und nicht gegen die Mitspieler. Zu den Side bets zählt z.B. das Wetten auf eine bestimmte Augenzahl.
Strategien:
Eine richtige Strategie gibt es für Craps eigentlich nicht. Über das Gewinnen und Verlieren entscheiden die Würfel und das Glück. Der einzige Vorteil, den man sich verschaffen kann, liegt in der geschickten Nutzung der unterschiedlichen Ereigniswetten.
Bei einigen Wetten stehen die Gewinnchancen relativ hoch, andere sind zu riskant und sollten daher grundsätzlich vermieden werden. Wer sein Glück jedoch herausfordern will, der kann natürlich auch auf die lukrativen Wetten setzen.
- Pass Line, Don’t Pass Line, Come Bet & Don’t Come Bet:
Hierbei handelt es sich um die klassischen Wetten mit dem geringsten Vorteil der Bank. Bei diesen Wetten sollte man bleiben, wenn man langfristig Gewinn erzielen möchte.
- Field, Big 6, Big 8 & Any Craps:
Diese Wetten sind nicht zu empfehlen, da sie kleinere Gewinnchancen bieten.
- Nicht zu riskant spielen. Bei Craps kann man schnell verlieren. Wichtig ist, dass man stets einen kühlen Kopf behält und die Einsätze nicht zu hoch ansetzt.
- Vor dem Spielbeginn sollte man sich ein Limit setzten – bei welchem Verlust bzw. bei welchem Gewinn man aussteigen will. Zudem sollte man realistisch in Bezug auf die Gewinnchancen sein. Besser auf Wetten mit höheren Gewinnchancen setzen, anstatt seine Wette auf einen immensen Gewinnbetrag zu platzieren.
- Alternativ kann man auf die Option Odds setzen. Dabei handelt es sich um eine Variante, wobei man seine Wette abschließt, nachdem ein Point gewürfelt wurde. Im Falle eines möglichen Gewinns erhöht sich der Gewinnbetrag um ein Vielfaches des getätigten Einsatzes.
Die Odds-Wette ist allerdings nur bei den einfachen Wetten (Pass Line, Don’t Pass Line, Come Bet und Don’t Come Bet) möglich.
Tipps & Ratschläge:
Prinzipiell sollte man die Regeln genauestens kennen, bevor man mit dem Spiel beginnt. Ohne entsprechende Vorkenntnisse kommt man schnell aus dem Takt – Craps ist ein sehr schnelles Spiel. Gerade für Anfänger ist das Casino-Spiel sehr hektisch, dadurch kann es passieren, dass man relativ schnell durcheinander kommt.
Daher unbedingt mit der Materie vertraut machen, bevor man zum ersten Mal in das Spiel einsteigt und hohe Wetten platziert.